Schöne Texte

6.8.07 21:20, kommentieren

Juweln

Das Juwel des Himmels ist die Sonne!

Das Juwel des Hauses ist das Kind!

18.7.07 16:06, kommentieren

Freiheit

Gib mir deine Hände,

ich werd sie halten,

wenn du Angst hast,

ich werd sie wärmen,

wenn dir Kalt ist.

Ich werd sie streicheln,

wenn du traurig bist

und ich werd sie loslasse,

wenn du frei sein willst!!!

17.7.07 21:09, kommentieren

Schönes-Schlechtes

Du sollst Schönes behalten

und Schlechtes vergessen

dich dankbar erinnern,

was du schon besessen:

Dinge die kostbar,

auch wenn die klein,

Freundschafft die echt war

und Liebe so rein.

Hinter dir die Säule sieh

nicht die Trümmer:

Wenn auch viel du verloren,

viel bleibt dir noch immer!

17.7.07 20:57, kommentieren

Wende dein Gesicht der Sonne zu,

dann fallen die Schatten hinter dich!

17.7.07 20:50, kommentieren

Spuren im Sand

Eines Nachts

hatte ich einen Traum:

Ich ging am Meer entlang

mit meinem Herrn.

Vor dem dunklen Nachthimmel

erstrahlten, Streiflichtern gleich,

Bilder aus meinem Leben.

Und jedesmal sah ich

zwei Fußspuren im Sand,

meine eigene

und die meines Herrn.

 

 

Als das letzte Bild an meinen

Augen vorübergezogen war,

blickte ich zurück.

Ich erschrak, als ich entdeckte,

daß an vielen Stellen

meines Lebensweges

nur eine Spur zu sehen war.

Und das waren gerade

die schwersten Zeiten

meines Lebens.

 

 

Besorgt fragte ich den Herrn:

"Herr, als ich anfing,

dir nachzufolgen,

da hast du mir versprochen,

auf allen Wegen bei mir zu sein.

Aber jetzt entdecke ich, daß in den

schwersten Zeiten meines Lebens

nur eine Spur im Sand ist.

Warum hast du mich

allein gelassen, als ich dich

am meisten brauchte?"

 

 

Da antwortete er:

"Mein liebes Kind,

ich liebe dich und werde dich

nie allein lassen, erst recht nicht

in Nöten und Schwierigkeiten.

Dort, wo du nur

eine Spur gesehen hast,

da habe ich dich getragen."

 

 

Margaret Fishback Powers

10.4.07 17:38, kommentieren

Bis zum letzten Atemzug
 
Michael stolpert aus der Arztpraxis. Fast wäre er gefallen.
Und wenn schon, tiefer fallen kann er nicht mehr. Längst steht er am Abgrund seines Lebens. Der Doktor hat es im grad gesagt. Lungenkrebs! Mitte dreißig ist Michael und hat eben sein Todesurteil erhalten. Der Arzt sagt, heute kann man schon viel machen. Was heißt das? Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, unsagbare Schmerzen ertragen? „Nein danke, nicht mit mir“, murmelt Michael. Ein schwarzer Fleck auf der Lunge.
Ein halbes Jahr noch- oder etwas länger? Wie lange noch? Das ist ungewiss, sagt der Halbgott in Weiß.
Es weht ein heißer Sommerwind, doch Michael friert in der Sonne. Wie oft haben „Besserwisser“ gesagt, Michael du rauchst dich tot. Wie oft hat er es nicht geglaubt. Warum eigentlich nicht? Mit etwas Nachdenken hätte er es glauben müssen.
Da kommt ihm ein Zigaretten rauchender Junge entgegen, 15 Jahre, kaum älter. „ He, hör auf mit dem Dreck. Daran krepierst du!“ Michael erschrickt über seinen Sinneswandel. Dem Bengel das zu sagen, so was wäre ihm bis vor ein paar Minuten nicht eingefallen.
„Kümmere dich um dein Zeug Opa!“ ruft er zurück und hebt seinen Mittelfinger. Was heißt hier Opa- denkt Michael wütend. Seh’ ich nicht aus wie 35? Hat das Nikotin mich altern lassen? Um mein Zeug soll ich mich kümmern. Was ist mein Zeug? Wie viel Zeit bleibt dafür? Fest steht, ein Opa werde ich in diesem kurzen Leben nicht mehr. Es ist kein Trost, wie ein Opa aus zu sehen. Das ist eher makaber.
Michael nimmt die Abkürzung durch den Park um nach hause zu kommen. Ein Schauer läuft ihm den Rücken runter. Laura! Wie sag ich’s meiner Frau? Seine Hände und gelben Fingerkuppen zittern wie Espenlaub. Ein Schwächgefühl durchjagt seinen Körper. Oh mein Gott, was wird mit Tim? Der kleine muss ohne seinen Papa aufwachsen. Hat der Junge so einen Vater verdient, der völlig gewissenlos durchs Leben stolpert? Einen, der sich auf Raten tötet? Warum ist er nicht gleich aus dem 10 Stockwerk gesprungen? Wieso hat er nicht wenigstens für seine Liebsten versucht, von der Todbringenden Sucht loszukommen?
Es ist zu spät, sich diese Frage zu stellen. Nichts wird ihm mehr helfen. Vielleicht sollte er verreisen? Weit weg, das kurze Stück Leben genießen. Und wovon? Michaels geringer Lohn floss in den letzten Jahren stärker  in unzählige Zigarettenstangen. Seine Gedanken drehten sich nur noch um das Teufelsgift, das er so brauchte. Ein schwarzer Fleck auf der Lunge bedeutet, der Tod streckte den Arm nach ihm aus.
Sein Junge- ein Halbweise und seine Laura- eine Witwe?
Sie ist die Klügere! Hat nie geraucht, hat um ihn gekämpft wie eine Löwin und gehofft, er würde eines Tages aufhören. Und er?
Was tat er? Hing wie ein Ertrinkender am Glimmstängel.
Gleich hat Michael sein Haus erreicht. Ihm ist brechübel. Wie soll er nur Timm gegenüber treten? Den Tod im Nacken, wie?

Da springt die Haustür auf und Tim rennt ihm strahlend entgegen. „Papi, Papi, guck was ich für dich gemalt habe. Guck, das bis du- und die Mami und euer Tim. Wir sind am Strand und die Sonne scheint.“ Michael hält seinen kleinen Sohn fest- ganz fest. So fest, als könne er damit alles retten. Die Tränen laufen ihm übers Gesicht. Wie lange bleibt ihm noch für dieses unendlich große Glück? Er wird darum kämpfen bis zum letzten Atemzug...

 

12.12.06 21:27, kommentieren